02/02/2026
Stiftung Familienunternehmen und Politik

SPD-Erbschaftsteuerpläne belasten 5,2 Millionen Familienunternehmen

  • Kirchdörfer: Steuerpläne würden Niedergang beschleunigen
  • Familienunternehmen sind in ländlichen Regionen oft größter Arbeitgeber
  • 500 größten Familienunternehmen haben im Inland mehr Mitarbeiter als Dax-Konzerne

Die SPD-Bundestagsfraktion möchte mittlere und große Familienunternehmen stärker mit Erbschaftsteuern belasten. Dazu hat die SPD Mitte Januar 2o26 ihr Konzept vorgelegt. Von den Steuererhöhungen wären mehr Familienunternehmen betroffen als bisher bekannt. Nach Schätzungen der Stiftung Familienunternehmen und Politik auf Basis des Unternehmenspanels beim Forschungsinstitut ZEW kämen auf 83.000 Familienunternehmen mit insgesamt 5,2 Millionen Beschäftigten in Deutschland mehr Steuern zu. Bisher war die Rede von 44.000 betroffenen Unternehmen. Dass mehr Familienunternehmen belastet würden, liegt daran, dass das Mannheimer Unternehmenspanel auch Auslandsumsätze von Unternehmen erfasst, was zu einer höheren Bewertung der Unternehmen führt. Die SPD will Betriebsvermögen ab fünf Millionen Euro der Erbschaftsteuer unterwerfen. Bei dem von der SPD geplanten Freibetrag für Unternehmenserben von 5 Millionen Euro würde die Erbschaftsteuer für Unternehmen ab circa 10 Millionen Euro Umsatz relevant, wie das Forschungsinstitut IW schätzt.

Prof. Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen und Politik, sagte: „Die Steuerpläne der SPD sind Bauernfängerei. Die Sozialdemokraten behaupten, nur wenige Betriebe müssten mehr Steuern zahlen. Dabei verschweigen sie, dass die Steuererhöhungen mittlere und große Familienunternehmen träfen, die in ländlichen Regionen oft der größte Arbeitgeber sind. Wenn für Fabriken, Maschinen und Patente höhere Erbschaftsteuern anfallen, wird dies zu weniger privaten Investitionen der Unternehmen führen. Denn die Erben müssen die fälligen Erbschaftsteuern dem Betrieb entnehmen, da selten so hohe liquide Mittel für die Steuer vorhanden sind. Das SPD-Konzept beschleunigt den wirtschaftlichen Niedergang und es gibt noch mehr Beschäftigungsabbau, vor allem in ländlichen Regionen. Am Ende werden auch die Arbeitnehmer die Zeche zahlen.“

Nach dem geltenden Erbschaftsteuerrecht können Erben von Betrieben aller Größenklassen verschont werden, wenn sie Auflagen einhalten wie die Fortführung des Betriebs und die Stabilität der Beschäftigung. Diese Verschonungsregeln für Betriebsvermögen will die SPD abschaffen.

Nach Daten der Stiftung Familienunternehmen sind mittlere und große Familienunternehmen für Beschäftigung und Wertschöpfung zentral in Deutschland. Wie sich aus der Studie der Stiftung Familienunternehmen ergibt, entfallen auf die 500 größten Familienunternehmen in Deutschlandhohe 2,97 Millionen Beschäftigte im Inland. Das sind mehr als doppelt so viele Arbeitnehmer wie bei den Dax-Konzernen in Streubesitz (1,08 Millionen Beschäftigte). Zwischen 2013 und 2022 schufen die TOP 500 rund 620.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland, während die Dax-Konzerne 57.000 Stellen abbauten. Weltweit sind bei diesen TOP-500-Familienunternehmen 6,4 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angestellt.

Die Stiftung Familienunternehmen und Politik unterstützt Familienunternehmen bei der politischen Interessenvertretung in vielfältiger Weise. Ihre Rahmenbedingungen unterliegen einem starken Wandel wie nie zuvor. Die Globalisierung, der Fachkräftemangel, die digitale Transformation, die Sicherheit von Personen und Unternehmen, die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit sowie die politischen Rahmenbedingungen sind nur einige Herausforderungen.

Weitere Informationen

Studie „Die TOP 500 Familienunternehmen in Deutschland“

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Roland Pichler

Roland Pichler

Leiter Haus des Familienunternehmens

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